Ausstiegshilfe aus dem Wasserbecken

  • Je nach Konstruktion des Wasserbeckens durch dessen Form und der Wassertiefe ist eine Ausstiegshilfe schon fast ein „Must Have“. Wenn die Agamen mal ne halbe Stunde unter Wasser waren konnte ich das schon öfter beobachten das erklimmen von Land Schwerstarbeit war.

    Bei früheren Terrarien habe ich „Schwimminseln“ oder wie man die auch bezeichnet verwendet. Neben Hohen kosten ( unter 30€ war da fast nichts zu bekommen) hatten die auch noch den Nachteil das diese nicht dauerhaft krallendes waren. Selbst die für Schildkröten rieben sich ab und wurden undicht. Neben dem dann schwimmendem Kunststoff im Wasser war alle 1,5 bis 2 Jahre was Neues nötig.

    Ich baute auch schonmal einen Schwimmkörper aus Bambus, darauf eine Plexiglas Platte welche ich mit Küchensilikon und Kies versuchte natürlich aussehen zu lassen. Auch das hielt nicht lange.

    Jetzt bei der Konstruktion der neuen Anlage hatte ich bereits verschiedene Ansätze. Von der passenden Baumwurzel, über massive Eichenbohlen bis hin zu magnetisch befestigten Rampen.

    Bei allen Arten ging ich aber nochmal zurück zum Anfang und arbeitete mir erst mal die Vor– und Nachteile heraus die ich bisher überhaupt nicht beachtet hatte.

    Dieser Teil jetzt den kann man nicht nur auf eine Ausstiegshilfe beziehen sondern dies gilt eigentlich fürs gesamte Terrarium, ob unter oder über Wasser.


    Kunststoff:

    Was immer ich nahm, es löste sich mit der Zeit auf. Bedingt durch die mechanische Belastung, bedingt durch die UV Einwirkung und bedingt durch Kotreste. Die Folgen waren hoher Verschleiß, hohe Kosten, Aufwand, Plastik im Wasser und wer weiß was sonst noch alles denn in China achtet wohl keiner auf umweltverträgliche Farben… dies habe ich jedoch nie Analysiert, es ist lediglich eine Schlussfolgerung.


    Bambus:

    Wusstet ihr das es fast nicht möglich ist Bambus zu bekommen der nicht lackiert, gewachst oder sonstig chemisch behandelt ist? Die Folgen waren immer eine starke Algenbildung am Bambus, und wieder ist wohl alles mögliche im Wasser.


    Baumwurzel:

    Auch nicht ganz einfach bei uns. Nimmt man die klassische Mangrovenwurzel weis man auch nicht mit was die behandelt wurde damit sie im Container nicht wegschimmeln. Vielleicht tun sie das auch und werden dann nur wieder getrocknet. Vom Umweltaspekt her ist das mit der Herkunft eh mehr als Fragwürdig. Außerdem wird eine solche auch bealgt, oder / und von Bakterien überzogen das diese klitschig werden oder gar als Basis dienen welches ursächlichste das das Wasserbecken extrem veralgt oder gar kippt. Eine Mangrove wächst nicht bei den Wasserwerten die bei uns vorherrscht sondern meist im Brackwasser oder gar direkt im Salzwasser. Unser Wasser führt also zwangsläufig dazu das diese über kurz oder lang weggammelt. Gerade bei Wasserbecken ohne eigene Biologie wird dieses ja häufig getauscht, als jedesmal wieder in einen Säurebereich gebracht der die Wurzel zerstört.

    Salzwasser und Wasseragamen wäre mal ein sehr interessanter Gedankenansatz der aber erstmal ausführlich ausgearbeitet werden müsste. Meines Wissens nach ist da in der Literatur nichts bekannt.

    Alternativ wäre also eine Süsswasserwurzel. Aber auch hier gibt es einiges zu beachten. Vornehmlich der Harzanteil, dieses wirkt stark antiseptisch, würde also die Biologie angreifen und zum zweiten besteht das Risiko das die Reptilien festkleben.

    Dadurch fallen nahezu alle Nadelhölzer raus. Es gibt zwar Ausnahmen aber der Einfachheit her sagen wir mal das Nadelholz gar nicht geht. Blieb also der Laubbaum der bekanntermaßen selten ist, und auch selten umfällt so das schwer an eine Wurzel ranzukommen wäre.

    Selbst wenn man das Glück hat so eine zu ergattern, dann darf es kein Frisches Holz sein. Neben dem Fäulnis und Schimmeleffekt braucht jegliches Holz das austrocknen durch die Sonne um zum einem die immer vorhandenen Pilze zu unterdrücken und zum anderen das Harz abzubauen. Ein Wurzelstock der 2 bis 3 Jahre trocken gelagert wurde und der prallen Sonne ausgesetzt war das wäre so ziemlich das Optimale. Egal welches Holz, jedes Holz sondert nach dem wieder einweichen Huminsäure ab. Früher hieß es immer das dieses schädlich sei, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Durch diese Säure wird Kalk und Ähnliches im Wasser erst gelöst und ein gesunder „KH“ wert ist optimal beziehungsweise existenziell um den PH Wert ( den Säuregehalt) ni hat nur einzustellen sondern zu stabilisieren. Das ein Wasser kippt, ist dann der Fall wenn die Wasserwerte nicht passen. PH Wert – CO2 Wert – KH wert bilden ein stoffliches Dreieck und sind direkt voneinander abhängig. Hier lohnt sich ein Blick oder auch zwei in die Aquaristik, dort ist das ein Standart, in der Terraristik leider sehr stark vernachlässigt.


    Dann noch ein anderer Punkt, auf welchen Bäumen leben eigentlich unsere Agamen? Auf abgestorbenen, knochentrockenen? Oder auf lebenden Bäumen? Sagt ja schon der Name „Grüne“ Wasseragame….

    Wenn echtes Material verwendet wird in den Terrarien dann quälen viele ihre Drachen aber ganz schön, denn viele, ich möchte nicht sagen ein Grosteil verwendet wurzelholz auch als kletterholz. Worin unterscheidet es sich? Nun zum einem ist Wurzelholz ansich härter als Stammholz und zum anderem hat Stammholz Rinde! Auf dieser klettern Agamen normalerweise und nicht auf blankem und entrindetem Holz bzw. Wurzeln. Viel Holz das man sieht hat aber keine Rinde mehr.

    Häufig ist das auch nicht möglich da die Rinde beim trocknen abfällt. Zum einem könnte man diese aber auch wieder befestigen mittels Küchensilikon, Epoxi oder Lebensmittel echten Klebstoffen. Dies hat jedoch den Nachteil das dem Baum das Kambium fehlt und dadurch könnte es wieder zu Schimmel kommen. Je nachdem was es für ein Pilz ist, aber es gibt gerade im anäroben Bereich viele giftige.

    Manchmal liegt die Lösung aber am Tisch. Denkt mal an ein leckeres Steak vom Grill und n gutes Glas Wein. Manchmal korkt dieser, dann hatte der Kork Zuviels Poren und ist durch Sauerstoff regelrecht oxidiert, Aber das ist die Lösung. Anstatt in teuere Import Wurzeln zu investieren, wie wäre es denn mit europäischem? Korkeiche mit Stammholz aus Spanien / Portugal zum Beispiel. Das Rinde ist relativ dauerhaft, Siege Korken in der Weinflasche. Ansich auch ziemlich Wasserdicht, was bei der Verwendung im Terrarium Geist das das innerliche de Holz nicht so schnell vergammelt. Bei ordentlichem Einbau. Aber auch beim unter Wasser Einsatz hält dieses Holz viele Jahre, und die vorhandene Rinde ergibt nicht nur eine Art Treppe für die Agamen sondern auch für Moose eine sehr gut Basis. Ist der Stamm mal bewachsen ( Nachhelfen wäre hier optimal) dann kommt kein Licht mehr an den Stamm oder zumindest so wenig das Algen kein Problem mehr sein dürften. Die Huminsäure tut ihr Übriges dazu und hält indirekt durch den PH die Algen im Zsaum. Der einzige Nachteil hier ist die je nach Wasser zu Holz Verhältnis, die Färbung. Das Wasser verfärbt sich gelblich. Würde man hier blankes Eichenholz einsetzten ohne Rinde wäre dies schon Richtung bräunlich, aber biologisch top ok.

    Aus Welchem Holz wurden Jahrtausende lang Boote gebaut? –

    Auf welchem Holz steht Venedig? Es muss nicht immer Plastik sein…..


    Weitere Themen folgen bei Gelegenheit… aber denkt mal drüber nach, informiert euch, guckt im größtem Heelermarkt der Welt. Unterm Schnitt ist diese Lösung billiger, natürlicher, Artgerechter als das ganze Plastikgeraffel.

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