Grüne Wasseragamen

  • Im folgenden Artikel wird über das Verhalten und die Lebensweise der Grünen Wasseragame berichtet.


    Deutsch: Grüne Wasseragme

    Englisch: Chinese Water Dragon, Green Water Dragon, Thai Water Dragon, Asian water dragon



    1 Schutzstatus

    Kein Schutzstatus

    In Österreich meldepflichtig


    2 Verbreitung und Lebensraum


    terra typica: Cochinchina, Region um das Delta des Mekong im Süden Vietnams; CUVIER 1829. Die Erstbeschreibung mit genauem Fundort führte zur Namensgebung der Art P. cocincinus aus der Gattung Physignathus


    3 Verbreitungsgebiet

    Tropische Gebiete in Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam, Thailand bis Südchina.


    Die Verbreitung der Grünen Wasseragame erstreckt sich unter anderem im südlichen Ausläufer des Yunan-Gebirges über Laos, Vietnam, Kambodscha, sowie große Teile von Thailand.


    Grüne Wasseragamen leben nicht nur auf Bäume, sondern ebenso auf dem Lande, wie auch im Wasser.







    4 Klimawerte


    Das Klima kann in den Verbreitungsgebieten als tropisch monsunbeeinflusst beschrieben werden, wodurch im Jahresverlauf relativ stabile Temperaturen gegeben sind.


    Die Jahreszeiten, wie Sommer und Winter werden durch starke Regenfälle in den Monaten Dezember bis April und einen eher trockenen Zyklus in den Monaten Juni bis Oktober geprägt. Frühling und Herbst sind eher kurze Übergangsperioden.


    5 Beschreibung




    Der Körper und Schwanz sind abgeflacht. Die Grundfarbe erscheint Hell- bis Dunkelgrün, mit hellen Querstreifen und einer helleren Unterseite.

    Die Tiere haben über den Rücken bis hin zum Schwanz einen kräftigen Kamm.


    Der Schwanz zeigt sich mit breiten dunklen Querbändern und oftmals schwarzer Spitze.

    Er ist seitlich wie ein Paddel abgeflacht, wodurch die Wasseragame sehr schnell schwimmen kann.







    6 Größe


    Schlüpflinge messen vom Kopf bis zur Schwanzspitze 13 - 15 cm GL, wovon die KRL einen Anteil von fünf bis sieben cm hat.


    Weibliche Tiere wachsen bis zu einer GL von 90 Zentimetern heran (20-25 cm KRL ), Männchen werden teilweise über einem Meter lang (davon 25-30 cm KRL).


    7 Alter

    Die Grüne Wasseragame wird durchschnittlich 25 Jahre alt. Es wurden allerdings schon 27 Jahre alte Tiere in menschlicher Obhut dokumentiert, was wohl stark von der Haltung abhängig ist!


    8 Vergesellschaftung

    Die Vergesellschaftung von grünen Wasseragamen mit anderen Reptilien gestaltet sich zunächst aufgrund der dann auftretenden Terrariumanforderungen als schwierig. Einige Vergesellschaftungen werden zwar von einigen Haltern erfolgreich praktiziert und auch in der Literatur finden sich Hinweise dazu, aber in einem „normalem“ Wasseragamenterrarium würde eine Art unter der anderen leiden.


    Die Vergesellschaftung mit Schildkröten sollte grundsätzlich nicht praktiziert werden, da der Kot der Schildkröten Krankheiten bei den Wasseragamen verursachen kann.



    9 Einzel- oder Gruppenhaltung

    Eine Einzelhaltung aufgrund von Platzmangel ist grundsätzlich nicht empfehlenswert. Das komplette Verhaltensspektrum der Tiere wird man wohl nur in einer Gruppe 1.2 oder mehr zu sehen bekommen, aber es gibt auch Halter, die Einzeltiere lange Jahre gehalten haben. Es ist zudem davon auszugehen, dass in der Natur auch ein nicht unerheblicher Teil der Population als Einzelgänger unterwegs sind. Auch gibt es hin und wieder Wasseragamen, welche aufgrund ihres aggressiven Verhaltens nicht in einer Gruppe gehalten werden können.



    Der Idealzustand ist die Gruppenhaltung, von einem Männchen und mehreren Weibchen! | mindestens 1.3 |



    10 Geschlechtsbestimmung

    Die Grüne Wasseragame ist zur Geschlechter-Unterscheidung im Kloakenbereich anhand der signifikanten Unterschiede, wie Präanal- und Femoralporen zu bestimmen. Sie entwickelt ihre geschlechtsspezifischen Merkmale erst im Alter von 10-18 Monaten.


    Oft wird behauptet, dass man bei frisch geschlüpften Jungtieren Anhaltspunkte bezüglich auf das Geschlecht findet, dies ist nicht Wissenschaftlich belegt und man kann sich nicht drauf verlassen!


    11 Erkennungsmerkmale des Männchens


    Kehle: blau- mittig orange gefärbt

    Kamm: Fransenwuchs

    Schwanzwurzel: Ansatz ist kräftiger

    Femoralporen: erhabene pickelartige Poren

    Gesamtlänge: 80 – 100 cm (auch größer)

    Gewicht: bis 800g (ab und an 1000g)

    Korpus: kräftig, hoch und schmal

    Kopf: breit und kantig



    Hingegen gibt es diverse Anzeichen, denn ein männliches Jungtier entwickelt sich in der Regel schneller, wirkt optisch kräftiger und größer gegenüber seinen gleichaltrigen weiblichen Artgenossen. Nur muss man dazu den Vergleich aus demselben Gelege haben, und es gibt auch keine 100% Sicherheit!



    12 Erkennungsmerkmale des Weibchens




    Kehle: rosa – weiß

    Kamm: kleine unscheinbare Zacken

    Schwanzwurzel: Ansatz ist schmaler

    Femoralporen: unscheinbare Poren

    Gesamtlänge: 60 – 80cm (selten über 80cm)

    Gewicht: bis 300g (selten über 400g)

    Korpus: flacher und bauchiger

    Kopf: kürzer und abgestumpft





    13 Lebendfutter


    Auf dem Speiseplan stehen Grillen, diverse Schaben, Heimchen, Heuschrecken, Rosenkäferlarven, Zophobas, Mehlwürmer, Maden, kleinere Echsen, Schlangen sowie junge Artgenossen, Fisch, Nestjunge Nager und Vögel. Diese Agamen sind Jäger die auf ein bestimmtes Bewegungsspektrum ihrer Beute eingestellt sind, von daher sollten sie auch im Terrarium so oft wie möglich aktiv jagen und nicht passiv auf eine Fütterung warten. Eine abwechslungsreiche Ernährung, statt viel, ist angeraten, um keine Überfütterung zu erzielen.


    Diese Vielseitigkeit schafft man leichter, wenn eher kleine Nahrung als ein einzelnes großes Exemplar gewählt wird. Insekten aus dem Fachhandel, eigene Zucht und Wiesenplankton sind als Nahrung möglich. Es sollte auf eine optimale Supplementierung (Link zum FAQ setzen?) geachtet werden.



    14 Grünfutter

    Gemäß dem Leben im tropischen Regenwald wird diese Kost reich an Blüten und Blätter sein, was man im Terrarium nachempfinden kann. Die Tiere bevorzugen anscheinend farbige Bestandteile, wie Möhren, diverse Salate und Obstarten. Jedoch ist bekannt, dass gerade süßes Obst, wegen des Fruchtzuckers, eher selten zur Diät der Terrarientiere gehören sollte.



    15 Verhalten

    Wasseragamen sind sehr scheu und reagieren bei Bedrohungen oft mit panischer Flucht. Ihre bevorzugten Aufenthalts- und Sonnenplätze sind Äste. Jedoch lassen sie sich bei kleinsten Anzeichen einer Gefahr, selbst aus großer Höhe, in das darunter befindliche Wasser fallen. Gegen Feinde jeder Art ist das eine rasche Flucht.


    Die Art bevorzugt das Wasser und hat sehr gute Schwimm- und Tauchkünste entwickelt. Selbst bei zweistündlichem Aufenthalt im Wasser sind sie kaum auszumachen, da nur Nasenspitze aus dem Wasser schaut. Grüne Wasseragamen bevorzugen das Leben in kleine Gruppe, zu der ein Männchen und mehrere Weibchen gehören, was auch im Terrarium anzustreben ist.


    Sie haben ein individuelles Verhaltensspektrum, was als unterschiedliche Charaktere bezeichnet werden kann. Eine Gewöhnung an eine Bezugsperson ist vorhanden, wogegen sie ihnen Fremden mit Zurückhaltung begegnen.



    16 Fortpflanzung


    Ein Männchen umwirbt das Weibchen, wobei es auch zu Verfolgungsjagden kommen kann. Sofern das Weibchen Paarungsbereitschaft signalisiert, kann das Männchen den sogenannten "Nackenbiss" ansetzen und die eigentliche Paarung erfolgt.



    Das Weibchen legt zur Eiablage eine Art Röhre an, die etwa 10 bis 20 Zentimeter tief ist, und legt bis zu 18 Eier ab. Im Inkubator entwickelt sich ein Gelege bei 24-30°C innerhalb von 67 bis 101 Tagen, bis schließlich die Jungen schlüpfen.







    17 Zucht



    Ein Männchen umwirbt das Weibchen, wobei es auch zu Verfolgungsjagden kommen kann. Sofern das Weibchen Paarungsbereitschaft signalisiert, kann das Männchen den sogenannten "Nackenbiss" ansetzen und die eigentliche Paarung erfolgt. Das Weibchen legt zur Eiablage eine Art Röhre an, die etwa 10 bis 20 Zentimeter tief ist, und legt bis zu 18 Eier ab. Im Inkubator entwickelt sich ein Gelege bei 24-30°C innerhalb von 67 bis 101 Tagen, bis schließlich die Jungen schlüpfen.


    Jungtiere fressen zunächst überwiegend Insekten und andere Wirbellose, wobei man sie gezielt auch an vegetarische Kost führen sollte. Ausgewachsene Wasseragamen gelten dann als Allesfresser, denn zusätzlich zur vegetarischen Kost sind Nagetiere, Vögel, Fische sowie große Insekten und andere Wirbellose im Beutespektrum. Gerade durch ein gutes Klettervermögen können die Tiere Vögel jagen. Da das Wasser in gleicher Weise zu ihrem Lebensbereich gehört, sind sie dort sehr erfolgreichen Fischjäger.


    Unter den Bedingungen, wie sie im Terrarium gegeben, sind allerdings einige Grundsätze zu bedenken.




    18 Literatur


    ULRICH MANTHEY, Norbert Schuster: Agamen, Terrarien Bibliothek

    Manfred Rogner : Echsen 1, Ulmer Verlag

    Reptiles Database -Physignathus cocincinus CUVIER, 1829

    Die Grüne Wasseragame: Physignathus cocincinus (Art für Art)

    Wasseragamen & Segelechsen (Terrarien-Bibliothek)

    Wasseragamen. ( Terrarien- Bibliothek) 


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